Dauerwimpern selber anbringen – Artdeco und Ardell Duo im Test

Dauerwimpern geistern seit Monaten durch das Internet und Wimpernstudios schießen aus dem Boden wie die Pilze. Keine Frage, die Ergebnisse sind super – lässt man sich jedoch Dauerwimpern dort vom Profi anbringen, zahlt man schnell mal 100 Euro oder mehr. Die Alternative? Do it yourself! Nach meiner 6 wöchigen Testphase verrate ich euch, wie man sich zu Hause Dauerwimpern selber anbringen kann, welche Produkte wirklich halten und dazu praktische Tipps für den Alltag mit Dauerwimpern.

Dauerwimpern selber anbringen – die Alternative zum Wimpernstudio

Zunächst einmal: Dauerwimpern werden im Vergleich zu normalen künstlichen Wimpern dauerhaft, also Tag und Nacht und über mehrere Tage / Wochen getragen. Sie werden mit geschminkt, abgeschminkt und halten (im besten Fall) auch in der Sauna. In der Regel werden dazu Einzelwimpern bzw. Wimpernbündel mit Dauerwimpernkleber an die echten Wimpern geklebt. Im Wimpenstudio werden dabei oftmals wirklich einzelne Wimpernhaare verwendet, so dass an jede natürliche Wimper eine zusätzliche, künstliche angebracht wird. Das sieht besonders natürlich aus, ist aber auch mega aufwändig und entsprechend teuer.

Zu Hause ist im „DIY“ Verfahren eine Verwendung von einzelnen Wimpern kaum machbar. Ich habe mich daher für Wimpernbündel entschieden, bei denen schätzungsweise bis zu 10 Wimpernhaare an einem Knötchen hängen. Diese Bündel sehen natürlicher aus als Bandwimpern und lassen sich auch flexibler an die eigenen Augen anpassen (längere und kürzere Bündel lassen sich entsprechend kombinieren). Mit einem Fläschchen Dauerwimpernkleber und einer Packung Dauerwimpern seid ihr in der Regel mit ca. 20 Euro dabei, also deutlich günstiger als im Wimpernstudio. Natürlich braucht man ein ruhiges Händchen und etwas Übung, aber ich habe das selber Anbringen ganz gut hinbekommen, dann schafft ihr das auch. Los geht’s! 🙂

DIY Anleitung für Dauerwimpern

Ihr benötigt für die Dauerwimpern:

  • Dauerwimpern in der gewünschten Länge
  • Dauerwimpernkleber (ggf. auch passenden Entferner)
  • Pinzette
  • Wimpernzange
  • Vergrößerungsspiegel
  • Stück Folie
  • Ggf. eine kleine Schere, z.B. Nagelschere

Nun die einfache Schritt-für-Schritt Anleitung mit meinen persönlichen praktischen Tipps:

  1. Augenlider und besonders den Wimpernkranz abschminken und entfetten
  2. Den natürlichen Wimpern ggf. mit einer Wimpernzange einen schönen Schwung verpassen
  3. Einen kleinen Tropfen des Wimpernklebers auf die Folie geben (Papier würde den Kleber zu schnell aufsaugen)
  4. Mit einer Pinzette das Wimpernbündel aus der Verpackung holen. Achtung: Oft hängt hier noch ein Stück Kleber vom Transport am Knötchen, den würde ich mit dem Fingernagel vorsichtig entfernen, sonst hängt er nachher mit an euren Wimpern.
  5. Den Knoten des Wimpernbündels in den Klebertropfen tauchen und den Knoten so weit an der natürlichen Wimpernwurzel wie möglich auf die Wimpern legen. Der Knoten sollte nicht auf der Haut sitzen, aber sie fast berühren.
    Offene oder geschlossene Augen beim Anbringen? Ich habe beides ausprobiert. Am Anfang fand ich es einfacher, die Augen leicht geöffnet zu halten, um zu sehen, wie die Wimper später sitzen würde. Nach einer Weile habe ich allerdings gemerkt, dass man dadurch z.T. nicht den natürlichen Verlauf der Wimpern erwischt, sondern die Wimpern durchaus mal schief aufklebt. Daher mein klarer Tipp: Auge geschlossen halten und das Wimpernbündel genau in Wuchsrichtung anbringen. Wenn ihr die Augen dann öffnet, wird die Wimper trotzdem richtig sitzen, glaubt mir 🙂
  6. Mit der Pinzette den Knoten leicht auf die Wimpern drücken.
  7. Ob ihr dabei von Innen nach Außen oder andersherum arbeitet, ist vermutlich egal. Eventuell hängt das davon ab, ob ihr Links- oder Rechtshänder seid. In jedem Fall würde ich empfehlen, hintereinander weg zu arbeiten und keine Lücken zu lassen. Hinterher noch ein Wimpernbündel dazwischen zu quetschen, nur weil der Abstand zu groß geraten ist, klappt oft nicht so gut.
  8. Falls die Wimpern insbesondere für den Augeninnenwinkelbereich zu lang sind, können diese vorsichtig vor dem Ankleben mit einer kleinen Schere gekürzt werden.
  9. Die Wimpern nun trocknen lassen und am besten nicht sofort schminken oder duschen gehen.

Die Technik sollte nun klar sein, aber welche Produkte taugen etwas und halten auch langfristig?

Dauerwimpernkleber von Artdeco und Ardell Duo – wer ist der Testsieger? Und welche Wimpern soll ich nehmen?

1) Artdeco

Mit Dauerwimpernkleber und den passenden Wimpern von Artdeco begann mein Test. Die Wimpern hielten sehr, sehr gut und sahen auch hübsch aus. Auch nach zwei Wochen waren maximal 2-3 Wimpernbündel abgefallen.

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Leider stellte sich dann ein unerwünschter Effekt ein: Der Kleber begann zu Krümeln (siehe Foto). Er wurde weiß bzw. leicht verdreckt vom Lidschatten und sah teilweise so aus, als löse er sich in großen Brocken ab. Das sah nicht mehr schön aus, also musste das Zeug runter.

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Bei Artdeco muss der spezielle Entferner dafür her, denn eigentlich ist der Wimpernkleber dafür gedacht, nicht entfernt zu werden, sondern mit der Zeit alleine abzufallen. Das Entfernen mit dem Wundermittel war die reinste Tortur: Das Zeug brannte, ich brauchte fast eine Stunde bis alle Wimpern ab waren und gleichzeitig ätzte sich ein Tropfen von der Lösung in meine schöne Schminkkommode aus Holz 🙁 Autsch und ärgerlich. Wie viele eigene Wimpern dabei verloren gingen, habe ich nicht gezählt…

Die Wimpern von Artdeco waren in Ordnung, im Vergleich zu denen von Ardell jedoch relativ hart und unflexibel. Dazu haben die „Double Individuals“ von Ardell deutlich mehr Volumen.

2) Ardell

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Daraufhin versuchte ich es mit dem „Duo“ Wimpernkleber und den passenden Wimpern von Ardell. Laut Packung ist der Dauerwimpernkleber die Nr. 1 weltweit – klingt gut. Und tatsächlich: Der Kleber hält fast genauso lange, wie der von Artdeco. Im Schnitt sind mir 2-3 Bündel pro Woche abgefallen, allerdings meist beim Abschminken, so dass ich sie retten und wieder ankleben konnte.

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Wimpern von Ardell

Ich bin nun schon in der 4. Woche meines Tests mit dem Duo-Kleber und die Wimpern sehen immer noch gut aus, auch wenn sie in der letzten Woche etwas vermehrt abgefallen sind. Ich habe bisher nicht versucht, die Wimpern aktiv zu entfernen. Einen richtigen Entferner gibt es scheinbar auch nicht, aber gefühlt hängen die Wimpern nicht zu angekleistert an den natürlichen Wimpern, so dass man sie mit ein wenig vorsichtigem Waschen und Ziehen sicher ablösen kann. Vielleicht funktioniert hier aber auch der Löser von Artdeco, habe ich nicht getestet.

Die Wimpern von Ardell sind deutlich weicher als die von Artdeco, also angenehmer zu tragen. Ich habe mich für die längste Variante entschieden, diese sind schon nicht mehr wirklich dezent und natürlich, sondern eher auffällig. Aber mir gefällt’s, man soll ja auch einen Effekt sehen 🙂 Einzig zum Augeninnenwinkel hin musste ich sie etwas kürzen, weil sie da viel zu lang waren.

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Wimpern von Ardell

Fazit zu den beiden Produkten: Sowohl der Dauerwimpernkleber „Duo“ als auch die Wimpernbündel von Ardell sind spitze und bekommen von mir eine Empfehlung! Wer sich Dauerwimpern selber anbringen möchte, der ist hiermit definitiv gut aufgehoben. Der Kleber von Artdeco lässt sich nur sehr schwer ablösen und die Wimpern waren mir zu hart.

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Wimpern von Ardell

Dauerwimpern im Alltag – meine Tipps

Dauerwimpern sind zwar praktisch, aber sie bringen auch ein paar Schwierigkeiten mit sich bzw. es gibt Dinge, dir ihr beachten solltet.

  • Bei Wind sind besonders längere Wimpern wahnsinnig anfällig. Sie flattern geradezu, was sicherlich lustig aussehen muss (zum Glück sehe ich mich dabei nicht). Dabei ist mir jedoch nie eine abgeflogen 😉 Vielleicht hilft da einfach eine Sonnenbrille.
  • Beim Abschminken würde ich auch Waschgel oder andere Mittelchen verzichten, mit denen ich auf den Lidern reibe. Ich verwende Abschminktücher für die Lider und dann noch ein in Gesichtswasser getauchtes Q-Tip für den Wimpernrand.
  • Für die Mädels mit hellen Wimpernansätzen: Bei mir schauen die Wimpern etwas komisch aus, da meine natürlichen Wimpern am Ansatz sehr hell sind. Dadurch sieht man die dunklen Knötchen sehr deutlich im Kontrast zu den hellen Wimpern (siehe Foto). Um das zu kaschieren, vewende ich schwarzen Eyeliner, der diese Lücken schließt, so dass man die Knötchen gar nicht mehr wahrnimmt.
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  • Generell zum Thema Schminken: Seitdem ich die Wimpern trage, schminke ich mich nur noch sehr wenig, da ich einfach immer viel frischer aussehe, selbst ungeschminkt beim Gang zum Bäcker. Nur noch ein wenig Concealer, BB Cream und Augenbrauenstift, viel mehr trage ich momentan nicht. Dadurch ist natürlich auch das Abschminken viel einfacher. Was Mascara angeht, so würde ich die künstlichen Wimpern gar nicht tuschen. Lediglich die unteren Wimpern bzw. die inneren, kleinen Härchen bekommen etwas Farbe, damit das Gesamtergebnis harmonischer aussieht.
  • Duschen & Haare waschen: Hohe Luftfeuchtigkeit vertragen die Wimpern ohne Probleme, wie z.B. ein heißes Bad. Ich verzichte dabei allerdings, mein Gesicht unter Wasser zu halten – auch beim Haarewaschen bleibt das Gesicht (weitgehend) trocken. Wenn viel warmes Wasser über die Wimpern fließt, könnte ich mir vorstellen, dass sie sich schneller lösen.
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Wimpern von Ardell

Meine verwendeten Produkte

Wer nun auch Lust auf die Vorzüge der Dauerwimpern bekommen hat und sie ausprobieren möchte, bei Amazon könnt ihr meine verwendeten Testsieger-Produkte erwerben:

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Dauerwimpern selber anbringen! 🙂
Wie gefallen euch meine Wimpern?
Eure Romi

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40 Gedanken zu „Dauerwimpern selber anbringen – Artdeco und Ardell Duo im Test“

  1. Toller Artikel. Ich wisste bisweilen garnicht, dass es sowas gibt. Gut dassich Deinen Blog habe 😉 ich muss das mal ausprobieren, es sieht super klasse bei Dir aus.

  2. Sehr guter Beitrag! Ich habe schon öfter mit dem Gedanken gespielt mir die Wimpern verlängern zu lassen aber war immer zu geizig um mehr als 100€ dafür auszugeben, also werde ich jetzt mal die DIY Methode ausprobieren:) Vielen Dank!

    Liebe Grüße aus Wien
    Emma von http://www.thecasualissue.com

  3. Die sehen ja toll aus. Hatte mir auch eine Weile im Kosmetikstudio welche anbringen lassen, ist dann aber doch mit der Zeit ziemlich teuer….Das klingt nach einer tollen Alternative.

    Liebe Grüße
    Priscilla

  4. Toller Beitrag. Wimpern von Ardell habe ich auch, aber bisher nur einmal verwendet. Ich finde, künstliche Wimpern einfach super schön, wenn sie natürlich wirken. Dir steht das auf jeden Fall schon mal ausgezeichnet.

    Liebe Grüße Jessy von Kleidermaedchen

  5. Liebe Romi, vielen Dank für den Test! Ein super spannendes Thema, ich finde schöne Wimpern verändern das Gesicht total. Beide Testprodukte sehen toll an dir aus, nach deinem Test würde ich aber auch zu zweiterem tendieren. Ich bin mir sicher, es macht Sinn, schon etwas Erfahrung im Wimpern ankleben zu haben, bevor man sich im Alleingang an die Dauerwimpern macht. Ich habe in meinem Leben erst zwei oder drei Mal falsche Wimpern getragen und mich jedes Mal etwas ungeschickt angestellt 😀

    Liebe Grüße
    Anika von MISS ANNIE

    1. Hallo Chantal! Tatsächlich trage ich sie immer noch mit Begeisterung. Das einzige was sich geändert hat: ich verwende die einfachen und nicht die doppelten Wimpern von Ardell – die sehen natürlicher aus 🙂

  6. Hallo Romi, danke für den tollen Beitrag! Ich bin kurz davor, mir Wimpern und Kleber zu kaufen und loszulegen! Nur die Frage, ob meine eigenen Wimpern durch die Prozedur geschädigt werden oder büschelweise ausfallen, hält mich noch ab. Wie geht es deinen Wimpern nach dem längeren Tragen der Wimpern? Ich freue mich auf eine Antwort! Viele Grüße Katharina

  7. Hi, wie sieht es denn mit Schwimmen im Pool/Schwimmbad aus? Würde mir nämlich gerne Wimpern für eine Woche Urlaub ankleben und auch nur kurz abtauchen 😉

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