Long Bob selber schneiden – Do it yourself Anleitung für den Clavicle Cut

Nachdem ich von Freunden, Kollegen und natürlich Lesern so viele Komplimente zu meinem neuen Haarschnitt bekommen habe („Endlich hast du mal eine Frisur!„), möchte ich euch gerne in wenigen, ganz simplen Schritten zeigen, wie ich mir selbst diesen Long Bob / langen Bob / Clavi Cut geschnitten habe. Doch zuerst möchte ich noch einmal kurz beschreiben, was der Long Bob eigentlich ist:

Meine neue Frisur überdeckt im vorderen Bereich die Schlüsselbeine ein kleines bisschen – daher verbinde ich diesen Schnitt mit dem aktuell mega trendigen „Clavi Cut“ (kommt von engl. Clavicle = Schlüsselbein). Wenn man es genau nimmt, müssten die Haare noch ein wenig kürzer sein, aber googelt man nach dieser Bezeichnung, findet man so einige Frisuren, die ebenfalls eine Spur zu lang fürs Schlüsselbein sind 😉 Um sicher zu gehen, können wir diese Länge auch einfach „Long Bob“ nennen, das trifft es auf jeden Fall.
Interessant wird der Haarschnitt dann, wenn man sich die Seiten und den Hinterkopf anschaut, denn hier werden die Haare kürzer. Nicht extrem, nur ein paar Zentimeter – aber diese reichen schon aus, um dem Haarschnitt Struktur und einen modernen Twist zu geben.
Dieser Schnitt sieht sowohl geglättet als auch mit großen Wellen richtig toll aus:

Long Bob selber schneiden - Do it yourself Anleitung für den Clavicle Cut 2

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Long Bob selber schneiden - Do it yourself Anleitung für den Clavicle Cut 6

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Na, auch Lust auf eine neue Frisur bekommen? Jetzt zeige ich euch, wie ich mir selbst den Clavi Cut verpasst habe 🙂 Viel braucht ihr dazu übrigens nicht, eigentlich nur eine scharfe Friseurschere wie diese hier (erhältlich für knappe 10€ bei Amazon):

Tutorial – Long Bob selbst schneiden in 3 Schritten

1) Zopf machen

Im ersten Schritt bringt man die Haare auf die gewünschte Grundlänge. Ich habe dazu einen tiefen (!) Pferdeschwanz gebunden und diesen horizontal abgeschnitten. Achtung: lieber langsam an die richtige Länge herantasten! Noch einmal ein paar Zentimeter abscheiden geht immer, wenn ihr den Haargummi löst und feststellt, dass die Haare noch zu lang sind.

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2) Haare auf eine Linie bringen

Nach diesem total simplen Trick habe ich lange gesucht, denn die Haare vorne länger und hinten kürzer zu schneiden, ohne ständig Zickzack zu fabrizieren, ist echt nicht einfach. Indem man jedoch alle Haare noch hinten kämmt (quasi über die Schulterblätter und den Rücken verteilt), erreicht man durch das Abschneiden in einer horizontalen Linie (siehe Foto), dass die seitlichen und vorderen Haare länger bleiben und dennoch genau in einer Linie mit dem Hinterkopf sind.
Ein Tipp zur Schneidetechnik: haltet die Schere nicht horizontal, sondern vertikal (leicht schräg), und schneidet damit von unten – parallel zu den Haaren – entlang der eingezeichneten Linie Strähne für Strähne ab. Das geht zwar langsam, aber damit vermeidet ihr harte Schnittkanten, die ihr dann später unnötig lange ausgleichen müsst.

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3) Kleine Stufen schneiden

Für etwas mehr Bewegung im Haar baue ich noch ein paar Stufen in den Spitzen ein. Dazu greife ich mir einen Haarstreifen (z.B. 1-2 Zentimeter breit, von Oberkopf bis zur untersten Haarschicht), ziehe diese Strähne seitlich vom Kopf weg und schneide sie vertikal ab (siehe Foto unten – auch hier den unter 2. genannten Schneide-Trick anwenden und parallel ins Haar schneiden). Um die Spitzen etwas fedriger zu bekommen, nehme ich mir zudem eine Strähne nach der anderen, fächere die Spitzen zwischen den Fingern auf und schneide vorsichtig parallel zu den Haaren hinein (bis zu 5 cm tief). Diese Technik nennt sich „Point cutting“ und wird hier sehr gut erklärt.
Achtung: Bei diesem Schritt müssen vor allem Mädels mit nicht ganz so dichtem Haar aufpassen, dass die Spitzen nicht fisselig werden. Falls ihr auf Nummer sicher gehen wollt, lasst diesen Schritt erst einmal weg.

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Fertig 🙂

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, oder?
Bitte beachtet auch dieses Mal: Ich bin keine gelernte Friseurin und habe mir alle Techniken selbst beigebracht. Seid vorsichtig, wenn ihr diese Anleitung an euch selbst testet!
Ich habe sehr dickes Haar, das nicht immer 100% gerade fällt. Dadurch fallen Schnittfehler bei mir auch kaum auf. Wer dünneres oder sehr glattes Haar hat, sollte den Schnitt vielleicht doch einem Profi überlassen 😉

Viel Erfolg beim Testen,
Eure Romi

PS: Die Wellen habe ich mit einem großen Lockenstab, dem Remington Ci9532 gemacht, ein Videotutorial (noch mit längeren Haaren) findet ihr hier.

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Hier könnt ihr den verwendeten Lockenstab bei Amazon kaufen:

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32 Gedanken zu „Long Bob selber schneiden – Do it yourself Anleitung für den Clavicle Cut“

  1. WOW WOW WOW! Ich hätte mich das wirklich nie selbst getraut (nachdem meine nicht-gelernte Schwester Friseurin spielte und sie mir mal total verschnitten hat würde ich das auch nicht mehr :D) aber an dir sieht es toll aus – Gratulation dazu! Ich finde den Schnitt übrigens mit Locken am besten <3

    Liebste Grüße,
    Tina

  2. WAHNSINN!! Einfach nur der Hammer! Ich würde mich das leider nie trauen, denn meine Haare sind so dünn und fein, dass der kleinste Fehler bei mir gleich eine Krise auslöst. Du siehst wirklich toll aus!! Und du bist so süß! Du hast dir Sorgen gemacht wegen meines letzten Posts. Dafür drück ich dich mal virtuell ^_^

    Liebst
    http://www.sugarpopfashion.com

  3. Wow, der Long Bob steht dir super gut. Du hast genau die richtige Haarstruktur für sowas! Ich hatte auch letztes Jahr einen Long Bob und fand ihn super! Nur selbst schneiden trau ich mich nicht mehr, seid ich mir mal eine dicke Lücke in die Haare geschnitten habe 🙂 .

    Liebe Grüße Jessy von Kleidermädchen

  4. Hammer – ich hätte mich das nie selbst getraut. 😮
    Schneide mir immer etwas die Spitzen.. aber so ein „krasser“ Cut.. du hast wirklich Talent!
    Großes Lob, vorallem gelockt gefällt mir deine Frisur richtig gut. 🙂

    Alles Liebe
    Selly
    von SellysSecrets

  5. Die neue Frisur sieht wirklich toll aus und steht dir richtig gut. Deine vorherige Frisur mit den langen Haaren fand ich auch schon super, nur kenne ich das auch von mir selbst, dass man ab und zu Abwechslung möchte und etwas Neues ausprobiert. Ich trage meine Haare zur Zeit auch kürzer als gewohnt, obwohl sie mir länger doch irgendwie besser gefallen. Ich habe leider eher dünnes Haar, sonst würde ich vielleicht auch selbst mal den Clavicle Cut bei mir selbst schneiden. Aber so habe ich doch etwas Bedenken, dass man Missgeschicke schnell sieht und werde mal bei meinem Friseur fragen.

  6. Hi

    Das sieht echt klasse aus!
    Gerne hätte ich dein können. Ich selbst bin ebenfalls kein grosser Fan vom Coiffeur. Leider bin ich aber auch nicht so begabt dass meine Schnitte immer gut aussehen.

    Trotzdem hast du mich mit deinem Blog sehr begeistert. Ich habe ihn erst gestern entdeckt und musste die Frisur gleich ausprobieren. Bin jedoch nach Schritt 1 steckengeblieben weil… und nun zu meiner Frage..

    Wie kommst du mit deinen Händen so gut an deine Haare ran zum abschneiden bei Schritt 2?

    Ich hab sie etwas länger gelassen und hab jetzt schon mega Mühe. :0

    Liebe Grüsse
    Jasmine

    1. Hi Jasmine – Dankeschön für deinen lieben Kommentar! Nun, das ist wirklich eine gute Frage 😉 Ich hoffe, ich kann das gut beschreiben: Um die rechte Seite zu schneiden, winkle ich den rechten Arm komplett an und halte den Oberarm waagerecht, der Ellenbogen zeigt seitlich weg vom Körper. Die Hand liegt auf dem Schulterblatt. Die Schere ist damit schon in einer guten Höhe für meinen Schnitt. Wenn sie länger sind, ist es eventuell sogar schwieriger – aber das hängt davon ab, wie gelenkig deine Arme sind. Möglicherweise kann dir ja jemand helfen 🙂

  7. Heij,
    auch ich war in meinem ganzen Leben erst zwei mal beim Friseur. Nach dem ersten mal dachte ich schon viel schlimmer kann es nicht werden…aber die Haare waren eigentlich „nur“ viel zu kurz und sie wachsen ja wieder. Drei Jahre ist das jetzt nun her, meine Haare wieder bis zu den Achseln lang. Durch einen Färbeunfall hatte ich aber leicht grünliche Längen,vieles habe ich ausprobiert aber langfristig half nichts. Ich entschloss mich also bei einer Fachkraft beraten zu lassen. Überzeugt davon bekam ich noch am selben Tag einen Termin.
    Schon beim Auftragen der Farbe äußerte ich meine Bedenken, nach Jahrelanger Färbeerfahrung sah dies gar nicht gut aus und daheim hätte ich sofort abgebrochen!
    Das Ergebnis: Meine kompletten Haare waren nun „putzlappengrün“ mit schwarzgrauen Strähnchen.
    Der Fachkraft gefiehl dies und bot mir an wenn es mir zu dunkel sei in zwei Wochen Highlights machen zu lassen. Danke nein!
    So konnte es aber natürlich nicht bleiben. Blondierwäsche! Ich bin wieder blond nur haben meine Haare sehr darunter gelitten.
    Lange Rede kurzer Sinn ich muss mich von der Länge trennen und werde sicherlich nicht zum Friseur. Ein Long Bob soll es werden und ich fand deine tolle Anleitung. Vielen Dank schon mal! Bin begeistert von deinem Blog ich werde ihn auf jedenfall weiter verfolgen!

    Eine Frage hätte ich allerdings. Du kämmst die Haare zu einem tiefen Pferdeschwanz, soweit klar. Wie ist es mit dem Scheitel? meist habe ich einen leichten Seitenscheitel.

    1. Hallo Johanna, das sind ja wirklich ganz schlimme Erfahrungen beim Friseur, das tut mir leid! Was deine Frage angeht: Ich trage auch Seitenscheitel und habe den Pferdeschwanz auch mit diesem Scheitel gebunden. Insgesamt habe ich den Schnitt mit meinem normalen Seitenscheitel durchgeführt und es hat gut geklappt 🙂 Viel Erfolg!

  8. Das sieht wirklich ganz, ganz toll aus, Respekt! Ich habe einmal versucht, mir den Pony selbst zu schneiden und habe es total versaut 🙁 Seitdem lasse ich wirklich nur noch den Frisör an meine Haare 🙂
    Gruß, Leni!

  9. Du hast super schöne Haare!
    Und ich habe mich getraut und bin begeistert wie einfach es doch ist und wie gut es auch an mir aussieht. Danke für die guten Tipps.
    Liebe Grüße Dagmar

  10. Hut ab, deine Frisur sieht wirklich klasse aus für „self-made“.
    Ich möchte es auch gerne versuchen und wollte dazu mal kurz fragen, was für eine Schere du benutzt hast?
    Ist es eine Haarschneideschere, sehr gute oder einfach eine?

    Vielen Dank für deine Antwort und nochmal, Hut ab!

  11. Hat bei mir super geklappt! Allerdings mit Hilfe meines Freundes 😉 ! Ich habe eher feines und weniger dichtes Haar, welches aber zum Glück Dank leichter Naturwelle volumig fällt, wenn es kürzer geschnitten ist. Denn Schritt mit den Stufen hab ich erstmal ausgelassen, da man sich bei feinem Haar da tatsächlich schnell Zacken rein schneidet. Dank der leichten Welle sieht der Bob auch ohne Stufen locker und fedrig aus. Danke für das inspirierende Tutorial!

  12. Das sieht wirklich super schön aus! Muss ich unbedingt ausprobieren. Nach genau so einer Anleitung habe ich gesucht. Meine dicken Haare sehen einfach immer schlimm aus, egal was ich mache.

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