Stil – weshalb, warum? Was beinflusst ihn? Oder ist alles reine Geschmackssache?

In Anlehnung an den bekannten Song von Deichkind, stelle ich mir in diesem Blogpost die Fragen: „Stil – weshalb, warum?“, d.h. wozu braucht man eigentlich einen Stil, was beinflusst ihn und in welchen Verhältnis stehe ich eigentlich zu meinem Stil? Ist Stil wirklich unvergänglich? Was bedeutet stilvoll?

Stil als unvergänglicher Wert? Was ist Stil überhaupt?

Zunächst eimal etwas Grundlagenarbeit: Manchmal frage ich mich, ob der Begriff „Stil“ zu unterschiedlich verwendet wird. Coco Chanels berühmtes Zitat „Mode ist vergänglich, Stil niemals“ bringt mich zum Beispiel ins Grübeln. Im ersten Moment denkt man „ja, klar, richtig“, aber ist das wirklich so? Drückt sich Stil nicht auch durch Mode aus und ist damit zu einem gewissen Teil vergänglich? Unterliegt nicht auch ein „Stil“ einem gewissen Geschmack oder Zeitgeist? Warum sagt man „Mein Stil hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt bzw. stark verändert“, wenn Stil laut Coco unvergänglich ist?

Wenn man von „stilvoll“ spricht, meint man damit nicht ganz oft eigentlich „geschmackvoll“ oder „niveauvoll“, also etwas, das einem selbst oder bestimmten Gruppe von Menschen, die guten Geschmack einordnen (wollen/können), gefällt? Ich empfinde das ganz oft so, wenn ich das Wort „stilvoll“ höre.

Outfit mit weißen Adidas Superstar Sneakers mit silbernem Streifen, Streifenshirt, Trench-Weste, Trenchcoat, schwarze Skinny Jeans

Im modischen Kontext spricht man ja gerne von seinem eigenen Stil. Der wird dann mit Begriffen wie „casual, romantisch, klassisch, edel, sportlich“ beschrieben. Ist das tatsächlich ein Stil? Oder eher ein modischer Geschmack?

Um es jetzt noch extra kompliziert zu machen: Stilbrüche sind ja ein tolles, modisches Mittel um spannende Kontraste in Outfits herzustellen. Ich trage gerne Sneakers zum Kleid, eine destroyed Jeans zum Blazer… klare Stilbrüche. Aber wenn ich Stil breche, habe ich dann wieder keinen Stil?!

Sommeroutfit mit dunkelgrünem Midi-Plisseerock, weißem Camisole-Top, Adidas Superstar Sneakers in Silber-Glitzer, Michael Kors Handtasche - romistyle

Mich jedenfalls verwirren diese ganzen Zitate und Alltagsaussagen zum Thema „Stil“. Für mich ist Stil im modischen Bereich die Art und Weise, sich mit Kleidung, Haaren und Make-up auszudrücken. Ganz wertungsfrei, ob das jemandem gefällt oder nicht. Wenn jemand Stil hat, dann muss mir das überhaupt nicht gefallen. Das sollte nur bedeuten, dass man erkennt, dass der andere einen bestimmten Weg hat, Mode zu tragen und damit sich und seine Persönlichkeit zum Ausdruck bringt.

Mein Stil und ich

Im Januar wurde mein Blog bereits 6 Jahre alt, aber natürlich habe ich mich auch davor schon mit Mode beschäftigt – nur eben weniger „dokumentiert“. Gefühlt hat sich mein Stil jedes Jahr ein wenig geändert, manchmal weniger, manchmal mehr. Aber warum eigentlich? Weil ich mich verändert habe? Zu ganz großen Teilen: Ja!

Ich denke, wir sind uns einig, dass wir Mode tragen, um unsere Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Mode ist eine Art Visitenkarte oder Steckbrief, durch welche unsere Mitmenschen bereits ohne ein Wort mit uns gewechselt zu haben erahnen können, wie wir so ticken.

Camisole Top, Rollkragenpullover, Overknee-Stiefel, grauer Mantel - Fashion Blog romistyle

Ich erinnere mich beispielsweise an meine letzten Bewerbungsfotos. Auf diesen trug ich meine Haare offen und durfte mir von anderen anhören, dass das nicht professionell aussieht. Besser wäre da schon ein strenger Pferdeschwanz. Meine Reaktion: Das bin dann aber nicht ich. So sehe ich nie aus, gerade weil ich nicht als streng wahrgenommen werden will, weil ich es nunmal nicht bin! Was soll ich sagen – ich habe schnell einen tollen Job gefunden, auch mit offenen Haaren 😉 Vielleicht gerade weil ich meinem Stil treu geblieben bin?

Über die Jahre hat sich natürlich auch mein Stil verändert… vom Skater Style mit weiten Hosen und fetten Sneakers in den 90ern über bauchfreie Tops (die ich heute nicht mehr tragen kann) bis hin zu vielen hohen Schuhen, die in den letzten Jahren wieder zu flachen Schuhen wurden.

Vermutlich bin ich nur mit einer Sache stilmäßig konsequent geblieben: Ich mag meine Haare immer leicht wuschelig. Eine akkurate Frisur kam mir nie ins Haus, egal ob lange oder kurze Haare. Ich kämme meine Haare gerne nur 2-3 Mal pro Woche und breche nicht in Panik aus, wenn sich irgendwo ein Knoten bildet.

Long Bob: zehn schnelle einfache Stylingvarianten Stylings Frisuren für schulterlange mittellange Haare - Modeblog - Fashionblog - romistyle

Was beeinflusst unseren Stil?

Zu guter Letzt möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, was unseren Stil eigentlich beeinflusst. Für mich sind es in erster Linie die folgenden vier Bereiche:

  • Für mich ganz oben auf der Liste: Modemagazine und Blogger. Ich lese die Instyle schon sehr lange und sie ist für mich eine wahre Modebibel. Sie inspiriert mich und gibt Anregungen, wie ich Mode für meine Zwecke noch besser einsetzen kann. Dazu kamen in den letzten Jahren noch die Modeblogger, deren Outfits ich fleißig auf meinem Pinterest Account sammle 😉
  • Nicht zu vernachlässigen: Prominente und weniger prominente Mitmenschen. Früher war es Madonna, heute Gigi Hadid: Was Promis tragen, kann sehr inspirierend sein. Aber auch die Arbeitskollegin oder die Unbekannte in der U-Bahn können tolle Ideengeber sein.
  • Wer nicht weiß, was einem steht, oder sich bewusst frischen Wind ins Haus holen möchte, der wendet sich an professionelle Beratungen: Styling-Beratungen wie z.B. die von Zalon, die den eigenen Stil analysieren und gezielt Outfits vorschlagen, finden sowohl bei modefaulen Männern als auch bei experimentierfreudigen Frauen Anklang. Das gleiche gilt natürlich auch für TV-Formate à la „Schrankalarm“ oder die In-Store Beratung in der nächsten Douglas-Filiale: Man holt sich gerne die Meinung von erfahrenen Experten, bevor man selbst planlos herumprobiert.
  • Nicht zuletzt beeinflusst die aktuelle Lebenslage den Stil ungemein. Oben schrieb ich bereits, dass meine Schuhe in den letzten Jahren wieder flacher wurden. Warum? Weil ich viel unterwegs bin und versuche, die meisten Wege zu Fuß zurückzulegen.

Nun will ich von euch wissen: Was beeinflusst euren Stil? Würdet ihr euch von Promis inspirieren lassen? Habt ihr euch schon einmal in Styling-Themen beraten lassen und wenn ja, wurde euer Geschmack getroffen?

Eure Romi

*In freundlicher Zusammenarbeit mit Zalon

 

 

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11 Gedanken zu „Stil – weshalb, warum? Was beinflusst ihn? Oder ist alles reine Geschmackssache?“

  1. Stil ist für mich ein ständiges Thema. Ich denke, dass ich meinen Stil noch nicht wirklich gefunden habe. Mit den Looks auf meinem Blog bin ich nie zu 100% zufrieden und beneide dann die Blogger mit den perfekten Looks. Die Instyle lese ich auch ab und zu. Ich lasse mich gerne von Magazinen und Blogs inspirieren :-*

    viele liebe Grüße
    Melanie / http://www.goldzeitblog.de

  2. Super interessante Überlegungen, ich hab da so noch nie drüber nachgedacht…
    Mich inspirieren oft andere Blogger oder aber auch Menschen, die in der Bahn an mir vorbeilaufen, im Geschäft zum selben Kleidungsstück greifen oder im Café am Tisch nebenan sitzen. Ich mag alltagstaugliche Looks, gerne aber auch mit einem gewissen Extra und das findet man vor allem im Alltag oder eben auf Blogs 🙂
    Liebe Grüße,
    Leni 🙂
    http://www.sinnessuche.de

  3. Liebe Romi, ein toller Layer-Look als Startbild! Ich muss sagen, mein Stil hat sich einerseits schon tausendmal geändert und andererseits gibt es viele Look, die einfach „typisch ich“ sind. Beeinflussen lasse ich mich von vielem in meiner Umgebung, das müssen gar nicht mal Modemagazine sein, sondern einfach die Menschen um mich herum. Je mehr ich von einem bestimmten Trend sehe, desto eher finde ich Gefallen daran.

    Liebe Grüße
    Anika von MISS ANNIE

  4. Das ist wirklich ein sehr interessantes Thema und tolle Gedanken dazu 🙂
    Ich finde der eigene Stil ist irgendwie ein Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. So wie man sich selbst über die Jahre entwickelt, kann sich ja auch der Stil verändern. Aber es ist echt manchmal ein wenige kompliziert, wenn es um Mode, Stil und schließlich Stilbrüche geht 😀

    Caro x
    http://nilooorac.com/

  5. Ein sehr interessanter Beitrag! 🙂
    Ich bin immer total überrascht, wenn jemand sagt ‚Das ist so ein typischer Jana-Stil‘. Irgendwie habe ich immer das Gefühl gehabt, dass ich ziemlich sprunghaft bin und keinen speziellen Stil verfolge. Von außen nimmt man es anscheinend auch noch mal ganz anders wahr.

    Liebe Grüße,
    Jana von bezauberndenana.de

  6. Liebe Romi,

    ein toller Beitrag, der mich auch zum Nachdenken angeregt hat!

    Im letzten Jahr hat mein Mr.Carrot einen „Stilversuch“ gewagt und wurde von einem Online-Anbieter eingekleidet, ich fand es unglaublich interessant zu sehen wie die Berater ihn nach dem Gespräch eingeschätzt haben und welche Teile sie danach für ihn ausgesucht haben. Nicht alles hat sich gedeckt, das ein oder andere Teil war aber auch dabei, was echt super war!

    Obwohl ich glaube, dass ich meinen „Stil“ schon gefunden habe, hätte ich trotzdem Interesse daran zu sehen, wie einen andere einschätzen und was andere meinen, was mir stehen könnte. Vielleicht wage ich ja mal in diesem Jahr ein solches Experiment. 🙂

    Ganz liebe Grüße,
    Tina

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